Methodik

Stand September 2026

Jede Zahl auf Wattgenau soll nachrechenbar sein. Hier stehen die Formeln hinter den Rechnern, die Konstanten mit Stand und Quelle, die Grenzen der Modelle — und die Kriterien, nach denen unsere Vergleiche entstehen.

Alles rechnet lokal
Eingaben verlassen den Browser nicht. Wetterdaten liegen vorbereitet auf unserem Server.
Modelle, keine Beratung
Vereinfachte, offengelegte Annahmen. Orientierung statt Zusage.
Rechtsstand 2026
Fördersätze und Vergütungen mit Datum, Änderungen im Feed.

Ertrag und Eigenverbrauch

E = Σ Monate ( G(Region, Azimut, Neigung) × P_kWp × η_WR × (1 − v_Schatten) × (1 − v_sonst) ) × (1 − v_Abregelung)
Eigenverbrauch = E × q(E ⁄ Verbrauch, Lastprofil)

Monatliche Einstrahlung aus PVGIS (Strahlungsdatenbank SARAH3, Mittel 2005–2023), ein Referenzpunkt je Bundesland, sieben Neigungen und zwölf Ausrichtungen, dazwischen bilinear interpoliert. Der Datensatz wird bewusst ohne die pauschalen PVGIS-Systemverluste geholt: Wechselrichter-Wirkungsgrad, Verschattung und sonstige Verluste stehen in der Formel einzeln. q ist eine Nachschlagetabelle über dem Deckungsgrad, gewichtet nach Lastprofil — eine Modellannahme, keine Messung.

Amortisation

t_statisch = ( I − F ) ⁄ ( E_eigen × p_Strom + E_einsp × v − Betriebskosten )
t_dynamisch: Überschüsse Jahr für Jahr mit Degradation d und Preissteigerung s aufsummiert

Statische und dynamische Variante werden beide ausgegeben, weil sie sich um Jahre unterscheiden können. Die Förderung F wird von der Investition abgezogen, nicht vom Ertrag. Die Rendite ist der interne Zinsfuß derselben Zahlungsreihe über 20 Jahre.

Wärmepumpe

Heizlast = Q_Brennstoff × η_Kessel × (1 − Warmwasseranteil) ⁄ t_Vollbenutzung
Stromkosten = Q_Wärme ⁄ JAZ × p_WP-Tarif

Die Jahresarbeitszahl wird aus der Vorlauftemperatur abgeleitet, nicht aus dem Prospekt-COP. Stützstellen sind die Feldmessungen des Fraunhofer ISE für den Bestand (Mittel 3,4 für Luft-Wasser-Geräte, Spanne 2,5 bis 3,8); dazwischen sind es rund 2 % je Kelvin. Der Warmwasseranteil ist mit 12 % pauschal angesetzt. Die Heizlast ist eine Schätzung aus dem Verbrauch und ersetzt keine Berechnung nach DIN EN 12831.

Konstanten mit Stand

WertArtStandQuelle
Strompreis Haushalt · 37,0 ct/kWh
Durchschnitt 2026 für einen Haushalt mit 3.500 kWh Jahresverbrauch (37,0 ct/kWh).
Beleg01.08.2026BDEW-Strompreisanalyse
Gaspreis Haushalt · 11,9 ct/kWh
Durchschnittshaushalt mit 20.000 kWh Jahresverbrauch (11,93 ct/kWh).
Beleg01.08.2026BDEW-Gaspreisanalyse
Strompreis Wärmepumpentarif · 27,0 ct/kWh
Wärmepumpentarife liegen unter dem Haushaltstarif, weil das Netzentgelt nach § 14a EnWG reduziert ist. Angesetzt sind rund drei Viertel des Haushaltspreises; der eigene Tarif kann deutlich abweichen und ist im Rechner überschreibbar.
Annahme01.08.2026BDEW-Strompreisanalyse
Einspeisevergütung PV bis 10 kWp, Überschusseinspeisung · 7,7 ct/kWh
7,70 ct/kWh für Inbetriebnahme vom 01.08.2026 bis 31.01.2027, danach 20 Jahre fest. Volleinspeisung: 12,22 ct/kWh.
Beleg01.08.2026Bundesnetzagentur, EEG-Fördersätze
KfW 458 · Grundförderung · 30 %Beleg21.07.2026KfW 458 · Heizungsförderung für Privatpersonen
KfW 458 · Klimageschwindigkeitsbonus · 16 %
Nur für selbstgenutzte Wohneinheiten beim Austausch einer funktionsfähigen Öl-, Kohle-, Gasetagen- oder Nachtspeicherheizung bzw. einer mindestens 20 Jahre alten Gasheizung. Sinkt erstmals zum 01.02.2027 und danach halbjährlich um 4 Prozentpunkte.
Beleg21.07.2026KfW 458 · Heizungsförderung für Privatpersonen
KfW 458 · förderfähige Höchstkosten, erste Wohneinheit · 28.000 €
Sinkt ab 01.02.2027 halbjährlich um 750 €.
Beleg21.07.2026KfW 458 · Heizungsförderung für Privatpersonen
Einspeisegrenze Wechselrichter Steckersolar · 800 VA
Bis 800 VA Wechselrichterleistung und 2.000 Wp Modulleistung gelten die vereinfachten Regeln für Steckersolargeräte. Netzanschluss nach VDE-AR-N 4105.
Beleg02.09.2026§ 8 Abs. 5a EEG 2023 (Solarpaket I)
Wechselrichter-Wirkungsgrad · 96 %
Europäischer Wirkungsgrad marktüblicher Modulwechselrichter. Gemeinsam mit den sonstigen Verlusten ergibt das rund 13,6 % Systemverlust — praktisch der PVGIS-Standardwert von 14 %, hier aber aufgeteilt und einzeln ausgewiesen statt pauschal.
Annahme02.09.2026Modellannahme Wattgenau — siehe /methodik
Sonstige Systemverluste (Leitung, Verschmutzung, Mismatch) · 10 %
Alles außerhalb von Wechselrichter und Verschattung. Der Einstrahlungs-Datensatz wird bewusst ohne PVGIS-Systemverluste geholt (loss=0), damit hier nichts doppelt abgezogen wird.
Annahme02.09.2026Modellannahme Wattgenau — siehe /methodik
Leistungsverlust der Module · 1 %
Entspricht der üblichen Leistungsgarantie kristalliner Module (rund 0,5 % pro Jahr nach dem ersten Jahr).
Annahme02.09.2026Modellannahme Wattgenau — siehe /methodik
Heizungs-Vollbenutzungsstunden · 1.950 h/Jahr
Üblicher Ansatz für deutsche Klimazonen, um aus dem Jahresverbrauch die Heizlast zu schätzen. Ersetzt keine Heizlastberechnung nach DIN EN 12831.
Annahme02.09.2026Modellannahme Wattgenau — siehe /methodik
Jahresnutzungsgrad Gaskessel im Bestand · 85 %
Ein Brennwertgerät erreicht im Bestand selten den Prüfstandswert. 85 % ist der übliche Ansatz für ältere Anlagen mit hoher Vorlauftemperatur; ein Niedertemperaturkessel liegt darunter, ein gut abgeglichenes Brennwertgerät darüber.
Annahme02.09.2026Modellannahme Wattgenau — siehe /methodik
Einstrahlung, Rasterdaten · Raster je Bundesland
Strahlungsdatenbank PVGIS-SARAH3, Mittel der Jahre 2005–2023, ein Referenzpunkt je Bundesland. Zur Build-Zeit geholt und mit ausgeliefert — zur Laufzeit fragt die Seite nichts bei der EU-Kommission ab.
Beleg04.09.2026PVGIS 5.3 / Europäische Kommission (JRC)

„Beleg“ heißt: bei einer benannten Stelle nachgeschlagen, Quelle prüfbar. „Annahme“ heißt: von uns gesetzt, mit Begründung. Wer eine Annahme ändert, ändert das Modell — deshalb stehen beide Sorten getrennt.

Grenzen der Modelle

Verschattung wird geschätzt, nicht gemessen. Einzelne Wetterjahre weichen rund ±6 % vom Mittel ab. Der Eigenverbrauch hängt am Tagesprofil des Haushalts, nicht am Standardlastprofil. Das Einstrahlungsraster kennt einen Punkt je Bundesland — innerhalb großer Länder unterscheiden sich Nord und Süd spürbar. Und das Wechselrichter-Limit wird in dieser Ausbaustufe pauschal übers Jahr angesetzt statt stündlich; die Stundensimulation ist der nächste Ausbauschritt. Behandle jedes Ergebnis als Größenordnung, nicht als Zusage.

So testen wir: Vergleiche

Kriterien zuerst
Jede Gewichtung steht auf der Vergleichsseite — festgelegt, bevor Produkte bewertet werden. Empfohlen wird die beste Gesamtnote, nicht die höchste Provision.
Partnerlinks ändern nichts
Anbieter ohne Programm verlinken wir direkt und provisionsfrei. Einkaufen lässt sich nichts.
Monatliche Pflege
Preise und Fördersätze werden monatlich gegen die offiziellen Quellen geprüft, mit Stand-Datum auf der Seite.
Keine Herstellermuster
Bewertet wird anhand von Datenblättern und Prüfberichten. Wo wir nicht messen konnten, steht das in der Zeile.

Beispiel: Balkonkraftwerk-Sets — die Gewichtung steht dort über der Tabelle, auch solange die Tabelle noch leer ist.

Änderungsprotokoll

04.09.2026Wattgenau ist online. Die Seite läuft unter wattgenau.de auf einem eigenen Server in Nürnberg, ausgeliefert über Cloudflare. Die Reichweitenmessung ist cookielos und läuft auf demselben Server — kein Drittanbieter, kein Consent-Banner.
04.09.2026Einstrahlungs-Datensatz für alle 16 Bundesländer. Der Ertragsrechner arbeitet jetzt mit einem eigenen PVGIS-Raster: je Bundesland ein Referenzpunkt, sieben Neigungen, zwölf Ausrichtungen, Monatswerte aus der Strahlungsdatenbank SARAH3 (Mittel 2005–2023). Der Datensatz liegt auf unserem Server — zur Laufzeit fragt die Seite nichts bei der EU-Kommission ab.
02.09.2026Förder-Tracker mit geprüften Bundesprogrammen gestartet. KfW 458, BEG-Einzelmaßnahmen, EEG-Einspeisevergütung und der Nullsteuersatz auf Photovoltaik — jeweils mit Stand und Link auf die amtliche Quelle. Landes- und Kommunalprogramme folgen; bis dahin bleibt die Liste bewusst kurz.
02.09.2026Fördersätze der Heizungsförderung auf den Stand vom 21.07.2026 gebracht. Der Klimageschwindigkeitsbonus liegt seit dem 21.07.2026 bei 16 statt 20 Prozent, den Effizienzbonus gibt es nicht mehr, und die förderfähigen Höchstkosten für die erste Wohneinheit betragen 28.000 €. Der Wärmepumpen-Check rechnet mit diesen Werten.
02.09.2026Einspeisevergütung auf 7,70 ct/kWh gesenkt. Die halbjährliche Degression nach § 49 EEG hat den Satz für Überschusseinspeisung bei Anlagen bis 10 kWp zum 01.08.2026 von 7,78 auf 7,70 ct/kWh gesenkt. Er gilt für Inbetriebnahmen bis zum 31.01.2027.

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