Methodik
Jede Zahl auf Wattgenau soll nachrechenbar sein. Hier stehen die Formeln hinter den Rechnern, die Konstanten mit Stand und Quelle, die Grenzen der Modelle — und die Kriterien, nach denen unsere Vergleiche entstehen.
Ertrag und Eigenverbrauch
Eigenverbrauch = E × q(E ⁄ Verbrauch, Lastprofil)
Monatliche Einstrahlung aus PVGIS (Strahlungsdatenbank SARAH3, Mittel 2005–2023), ein Referenzpunkt je Bundesland, sieben Neigungen und zwölf Ausrichtungen, dazwischen bilinear interpoliert. Der Datensatz wird bewusst ohne die pauschalen PVGIS-Systemverluste geholt: Wechselrichter-Wirkungsgrad, Verschattung und sonstige Verluste stehen in der Formel einzeln. q ist eine Nachschlagetabelle über dem Deckungsgrad, gewichtet nach Lastprofil — eine Modellannahme, keine Messung.
Amortisation
Zeitverlauf: Überschüsse Jahr für Jahr mit Degradation d und Preissteigerung s aufsummiert, ohne Abzinsung
Statische Amortisation und die Variante mit Preisentwicklung werden beide ausgegeben. Beide rechnen ohne Abzinsung; eine abgezinste dynamische Amortisation wird nicht berechnet. Die Förderung F wird von der Investition abgezogen, nicht vom Ertrag. Die Rendite ist der interne Zinsfuß derselben Zahlungsreihe über 20 Jahre.
Wärmepumpe
Stromkosten = Q_Wärme ⁄ JAZ × p_WP-Tarif
Die JAZ aus der Vorlauftemperatur ist eine eigene vereinfachte Modellannahme, keine Fraunhofer-Messkurve. Klima, Warmwasser, Hydraulik und Regelung werden nicht einzeln modelliert. Eine bekannte JAZ kann unter den weiteren Annahmen eingetragen werden. Fraunhofer ISE berichtet für 49 Luft/Wasser-Anlagen im Auswertejahr 2024 eine JAZ von 2,6 bis 4,9, im Mittel 3,4. Diese Stichprobe belegt keine feste Zuordnung zur Vorlauftemperatur. Zur Fraunhofer-Auswertung. Der Warmwasseranteil ist mit 12 % pauschal angesetzt. Die Heizlast ist eine Schätzung aus dem Verbrauch und ersetzt keine Berechnung nach DIN EN 12831.
Konstanten mit Stand
| Wert | Art | Stand | Quelle |
|---|---|---|---|
| Strompreis Haushalt · 37,0 ct/kWh Durchschnitt 2026 für einen Haushalt mit 3.500 kWh Jahresverbrauch (37,0 ct/kWh). | Beleg | 01.08.2026 | BDEW-Strompreisanalyse |
| Gaspreis Haushalt · 11,9 ct/kWh Durchschnittshaushalt mit 20.000 kWh Jahresverbrauch (11,93 ct/kWh). | Beleg | 01.08.2026 | BDEW-Gaspreisanalyse |
| Strompreis Wärmepumpentarif · 27,0 ct/kWh Wärmepumpentarife liegen unter dem Haushaltstarif, weil das Netzentgelt nach § 14a EnWG reduziert ist. Angesetzt sind rund drei Viertel des Haushaltspreises; der eigene Tarif kann deutlich abweichen und ist im Rechner überschreibbar. | Annahme | 01.08.2026 | BDEW-Strompreisanalyse |
| Einspeisevergütung PV bis 10 kWp, Überschusseinspeisung · 7,7 ct/kWh 7,70 ct/kWh für Inbetriebnahme vom 01.08.2026 bis 31.12.2026. Vergütungszeitraum: Inbetriebnahmejahr und 20 weitere Kalenderjahre (§ 25 EEG), vorbehaltlich gesetzlicher Einschränkungen, insbesondere § 51 EEG. Volleinspeisung: 12,22 ct/kWh. Gilt nur für den Leistungsanteil bis 10 kWp — darüber siehe die beiden folgenden Stufen. | Beleg | 01.08.2026 | Bundesnetzagentur · EEG-Fördersätze |
| Einspeisevergütung PV über 10 bis 40 kWp, Überschusseinspeisung · 6,7 ct/kWh Gilt für den Leistungsanteil über 10 bis 40 kWp, nicht für die ganze Anlage. Volleinspeisung in dieser Stufe: 10,24 ct/kWh. | Beleg | 01.08.2026 | Bundesnetzagentur · EEG-Fördersätze |
| Einspeisevergütung PV über 40 bis 100 kWp, Überschusseinspeisung · 5,4 ct/kWh Gilt für den Leistungsanteil über 40 bis 100 kWp. Über 100 kW ist die Direktvermarktung Pflicht — dort gibt es diese Vergütung nicht mehr. Der Zuschlag von 1,5 ct aus dem Solarpaket I ist beihilferechtlich noch nicht genehmigt und deshalb nicht enthalten. | Beleg | 01.08.2026 | Bundesnetzagentur · EEG-Fördersätze |
| KfW 458 · Grundförderung · 30,0 % | Beleg | 21.07.2026 | KfW 458 · Heizungsförderung für Privatpersonen |
| KfW 458 · Klimageschwindigkeitsbonus · 16,0 % Nur für selbstgenutzte Wohneinheiten beim Austausch einer funktionsfähigen Öl-, Kohle-, Gasetagen- oder Nachtspeicherheizung bzw. einer mindestens 20 Jahre alten Gasheizung. Sinkt erstmals zum 01.02.2027 und danach halbjährlich um 4 Prozentpunkte. | Beleg | 21.07.2026 | KfW 458 · Heizungsförderung für Privatpersonen |
| KfW 458 · Zuschlag auf die Bemessungsgrenze bei Kindern · 10.000 € Lebt in der selbstgenutzten Hauptwohneinheit mindestens ein minderjähriges Kind, für das Kindergeld bezogen wird, erhöht sich die Bemessungsgrenze des Einkommensbonus pauschal und einmalig um 10.000 Euro — einmal, nicht je Kind. Verschiebt jede Stufe mit, auch die, die den 80-Prozent-Deckel öffnet. | Beleg | 21.07.2026 | KfW 458 · Heizungsförderung für Privatpersonen |
| KfW 458 · maximaler Fördersatz, Regelfall · 70,0 % Grundförderung und Boni zusammen sind auf 70 Prozent gedeckelt. Nur Haushalte in der untersten Einkommensstufe kommen darüber — siehe KFW458_MAX_SATZ_GERING. | Beleg | 21.07.2026 | KfW 458 · Heizungsförderung für Privatpersonen |
| KfW 458 · maximaler Fördersatz bei geringem Einkommen · 80,0 % Gilt nur bis zu einem zu versteuernden Haushaltsjahreseinkommen von 30.000 Euro — also genau für die unterste Stufe des Einkommensbonus. Alle anderen bleiben bei 70 Prozent. | Beleg | 21.07.2026 | KfW 458 · Heizungsförderung für Privatpersonen |
| KfW 458 · förderfähige Höchstkosten, erste Wohneinheit · 28.000 € Sinkt ab 01.02.2027 halbjährlich um 750 €. | Beleg | 21.07.2026 | KfW 458 · Heizungsförderung für Privatpersonen |
| Einspeisegrenze Wechselrichter Steckersolar · 800 VA EEG-Anmeldevereinfachung bei insgesamt höchstens 800 VA und 2.000 Wp hinter derselben Entnahmestelle und unentgeltlicher Abnahme. Technische Anschlussanforderungen gelten zusätzlich; die Leistungswerte sind keine Freigabe für die Haushaltssteckdose. | Beleg | 02.09.2026 | § 8 Abs. 5a EEG 2023 (Solarpaket I) |
| Wechselrichter-Wirkungsgrad · 96,0 % Europäischer Wirkungsgrad marktüblicher Modulwechselrichter. Gemeinsam mit den sonstigen Verlusten ergibt das rund 13,6 % Systemverlust — praktisch der PVGIS-Standardwert von 14 %, hier aber aufgeteilt und einzeln ausgewiesen statt pauschal. | Annahme | 02.09.2026 | Modellannahme Wattgenau — siehe /methodik |
| Sonstige Systemverluste (Leitung, Verschmutzung, Mismatch) · 10,0 % Alles außerhalb von Wechselrichter und Verschattung. Der Einstrahlungs-Datensatz wird bewusst ohne PVGIS-Systemverluste geholt (loss=0), damit hier nichts doppelt abgezogen wird. | Annahme | 02.09.2026 | Modellannahme Wattgenau — siehe /methodik |
| Leistungsverlust der Module · 0,5 % Entspricht der üblichen Leistungsgarantie kristalliner Module (rund 0,5 % pro Jahr nach dem ersten Jahr). | Annahme | 02.09.2026 | Modellannahme Wattgenau — siehe /methodik |
| Heizungs-Vollbenutzungsstunden · 1.950 h/Jahr Üblicher Ansatz für deutsche Klimazonen, um aus dem Jahresverbrauch die Heizlast zu schätzen. Ersetzt keine Heizlastberechnung nach DIN EN 12831. | Annahme | 02.09.2026 | Modellannahme Wattgenau — siehe /methodik |
| Jahresnutzungsgrad Gaskessel im Bestand · 85,0 % Ein Brennwertgerät erreicht im Bestand selten den Prüfstandswert. 85 % ist der übliche Ansatz für ältere Anlagen mit hoher Vorlauftemperatur; ein Niedertemperaturkessel liegt darunter, ein gut abgeglichenes Brennwertgerät darüber. | Annahme | 02.09.2026 | Modellannahme Wattgenau — siehe /methodik |
| Börsenstrompreise Day-Ahead, Gebotszone DE-LU · Stündliche Preiszeitreihe, kein Einzelwert 8.760 Stundenmittel des Jahres 2025. Zur Build-Zeit geholt und mit ausgeliefert — zur Laufzeit fragt die Seite keine Börsendaten ab. | Beleg | 31.12.2025 | Bundesnetzagentur | SMARD.de über Energy-Charts (Fraunhofer ISE), CC BY 4.0 |
| THG-Quote · pauschal angerechnete Lademenge je Pkw · 2.000 kWh/Jahr Für reine Batterie-Pkw gilt ein Schätzwert von 2.000 kWh je Quotenjahr für die Anrechnung nichtöffentlichen Ladens. Die vom Umweltbundesamt weiterhin verlinkte Bekanntmachung vom 28.08.2023 sieht eine jährliche Überprüfung und Anpassung bei Bedarf vor. Die Pauschale ist weder eine Messung noch eine Prognose deines gesamten Ladestroms. Andere Fahrzeugklassen können abweichende Werte haben. Für das Quotenjahr 2026 am 08.09.2026 geprüft. | Beleg | 01.01.2026 | Bundesanzeiger: THG-Schätzwerte, BAnz AT 28.08.2023 B2 |
| THG-Quote · Anrechnungsfaktor für Ladestrom · 3 Faktor Strom in Straßenfahrzeugen wird mit dem Dreifachen seines Energiegehalts auf die Quote angerechnet. Der Faktor bildet den Wirkungsgradvorteil des Elektroantriebs gegenüber dem Verbrenner ab. | Beleg | 01.01.2026 | Umweltbundesamt · Vollzug 38. BImSchV, Anrechnung von Strom |
| THG-Prämie je Pkw · Beispiel-Startwert · 300 €/Jahr Frei gewähltes Rechenbeispiel, kein Marktmittel und keine Zusage. Durch den eigenen Auszahlungsbetrag nach Anbietergebühren ersetzen. Keine repräsentative Preiserhebung hinterlegt. | Annahme | 05.09.2026 | Modellannahme Wattgenau — siehe /methodik |
| THG-Prämie je Pkw · zweites Rechenszenario · 90 €/Jahr Zusätzliches Rechenbeispiel zur Empfindlichkeit gegenüber der Prämienhöhe. Kein belegter historischer Tiefpunkt, keine garantierte Untergrenze. Je nach Eingabe kann dieses Szenario auch über dem eigenen Angebot liegen; eine Auszahlung kann vertragsabhängig ausfallen. | Annahme | 08.09.2026 | Modellannahme Wattgenau — siehe /methodik |
| Aufschlag des Anbieters auf den Börsenpreis · 1,5 ct/kWh netto Beschaffungskosten, Bilanzkreisrisiko und Marge des Anbieters. Die Anbieter dynamischer Tarife liegen erfahrungsgemäß im Bereich von einem bis zwei Cent; der eigene Vertrag nennt den Wert und ist im Rechner überschreibbar. | Annahme | 05.09.2026 | Modellannahme Wattgenau — siehe /methodik |
| Netzentgelte, Umlagen und Stromsteuer · 14 ct/kWh netto Alles außer Beschaffung und Marge: Netzentgelt, Messstellenbetrieb im Arbeitspreis, KWKG- und §-19-Umlage, Konzessionsabgabe und Stromsteuer. Regional sehr unterschiedlich — der Wert ist der grobe Mittelwert aus der Strompreiszusammensetzung und im Rechner überschreibbar. | Annahme | 05.09.2026 | BDEW-Strompreisanalyse |
| Aufpreis intelligentes Messsystem · 20 €/Jahr brutto Ein dynamischer Tarif setzt ein intelligentes Messsystem voraus. Der Messstellenbetrieb kostet mehr als ein herkömmlicher Zähler; die Differenz ist hier grob angesetzt und im Rechner überschreibbar. Ohne Einbau gibt es keinen dynamischen Tarif — das ist die harte Voraussetzung. | Annahme | 05.09.2026 | Modellannahme Wattgenau — siehe /methodik |
| Einstrahlung, Rasterdaten · Raster je Bundesland Strahlungsdatenbank PVGIS-SARAH3, Mittel der Jahre 2005–2023, ein Referenzpunkt je Bundesland. Zur Build-Zeit geholt und mit ausgeliefert — zur Laufzeit fragt die Seite nichts bei der EU-Kommission ab. | Beleg | 04.09.2026 | PVGIS 5.3 / Europäische Kommission (JRC) |
„Beleg“ heißt: bei einer benannten Stelle nachgeschlagen, Quelle prüfbar. „Annahme“ heißt: von uns gesetzt, mit Begründung. Wer eine Annahme ändert, ändert das Modell — deshalb stehen beide Sorten getrennt.
Grenzen der Modelle
Verschattung, Eigenverbrauch und Abregelung beruhen auf vereinfachten Modellannahmen. Eine belastbare prozentuale Gesamtfehlergrenze ist dafür nicht validiert. Der regionale PVGIS-Vergleich ersetzt keine standortgenaue Ertragsprognose. PVGIS beschreibt die Schwankung der Jahreserträge als Standardabweichung der betrachteten Wetterjahre. Unser Datensatz speichert sie für Süd/30° am regionalen Referenzpunkt, nicht für jede gewählte Montage. Sie ist weder eine maximale Abweichung noch die Gesamtunsicherheit des Rechners. Das Einstrahlungsraster kennt einen Punkt je Bundesland — innerhalb großer Länder unterscheiden sich Nord und Süd spürbar. Und das Wechselrichter-Limit wird in dieser Ausbaustufe pauschal übers Jahr angesetzt statt stündlich; die Stundensimulation ist der nächste Ausbauschritt. Behandle jedes Ergebnis als Größenordnung, nicht als Zusage.
So testen wir: Vergleiche
Beispiel: Balkonkraftwerk-Sets — die Gewichtung steht dort über der Tabelle, auch solange die Tabelle noch leer ist.