Angebots-Check Photovoltaik: Stimmt, was dir angeboten wurde?
Ein Angebot für eine Photovoltaikanlage ist schwer zu prüfen, weil man nicht weiß, was fehlen könnte. Dieser Check geht drei Fragen nach: Ist das Angebot vollständig, passt die versprochene Ertragsprognose zur Einstrahlung an deinem Standort, und wo steht der Preis gegenüber einer öffentlichen Stichprobe echter Angebote?
So rechnet dieser Rechner
Zuerst die Vollständigkeit. Zehn Positionen sollten in einem Angebot benannt sein — Module und Wechselrichter mit Typ, Montagesystem, Gerüst, Elektroarbeiten, Anmeldung bei Netzbetreiber und Marktstammdatenregister, Inbetriebnahme, Garantien mit Laufzeit, Ertragsprognose und ein verbindlicher Termin. Fehlt eine, ist sie meist nicht enthalten und taucht später als Nachtrag auf. Der häufigste davon ist der Zählerschrank.
Dann die Ertragsprognose. Das ist der Teil, den sonst niemand prüft: Wir legen dieselben Einstrahlungsdaten zugrunde, die auch der PV-Rechner nutzt — PVGIS der Europäischen Kommission, Mittel der Jahre 2005 bis 2023 — und rechnen mit deiner Ausrichtung, Neigung und Verschattung nach. Weicht die versprochene Zahl um mehr als zehn Prozent nach oben ab, verspricht das Angebot mehr, als am Standort ankommt. Da die Amortisationsrechnung im Angebot unmittelbar an dieser Zahl hängt, verschiebt sich mit ihr alles Weitere.
Zuletzt der Preis. Verglichen wird gegen Mittelwerte aus 71 PV- und 70 Speicherangeboten, die die Energieberatung der Verbraucherzentrale zwischen Januar 2025 und August 2026 tatsächlich gesehen hat, aufgeschlüsselt nach Größenklasse. Diese Aufschlüsselung ist wichtig: Eine 5-kWp-Anlage kostet je Kilowatt fast doppelt so viel wie eine mit 16, weil Gerüst, Anfahrt und Elektrik kaum mit der Größe wachsen.
Die Referenz meint den reinen Anlagenteil. Stecken Gerüst, erneuerte Hauselektrik, Notstrom, ein Energiemanagement-System, eine Wallbox oder eine Dachsanierung im Preis, verweigert der Check den Vergleich, statt ein schiefes Urteil zu fällen — dann würde der reine Anlagenteil gegen ein Komplettpaket gehalten.
Ein auffällig niedriger Preis ist hier eine Warnung, kein Grund zur Freude. Wer deutlich unter der Stichprobe liegt, hat meist etwas nicht im Angebot: Gerüst, Zählerschrank, Netzanschluss, Inbetriebnahme oder die Montage selbst. Nachträglich kommen diese Posten teurer.
Welche Unsicherheiten bleiben
- keine QualitätsprüfungDer Check kennt die Bauteile nicht. Ein billiges Modul und ein gutes sehen für ihn gleich aus — ein Angebot mit guten Noten kann trotzdem das schlechtere sein.
- 71 AngeboteDie Preisreferenz ist eine Stichprobe aus einem Bundesland, keine Markterhebung. Sie sagt, wo ein Angebot gegenüber diesen Angeboten steht — nicht, was marktüblich ist.
- ± 10 %So weit dürfen Ertragsprognosen auseinanderliegen, ohne dass es auffällt. Verschiedene Modelle und Datenjahre erklären diese Spanne, mehr aber nicht.
- ab 4 kWpDarunter endet die Angebotsstichprobe. Für kleinere Anlagen ordnet der Check den Preis nicht ein, statt die Kurve fortzuschreiben.
- ein Referenzpunkt je BundeslandDie Einstrahlungsdaten haben diese Auflösung. Zwischen zwei Orten desselben Bundeslands unterscheidet der erwartete Ertrag deshalb nicht.
Ein Angebot über 10 kWp für 15.900 Euro, Südausrichtung, 30 Grad Neigung, keine Verschattung, versprochen sind 11.500 kWh im Jahr. Der Preis liegt bei 1.590 Euro je kWp, das sind 113 Prozent des Mittelwerts von 1.410 Euro für diese Größenklasse — im Bereich der Stichprobe. Die Ertragsprognose ist der Haken: Für diesen Standort rechnen wir mit rund 9.900 kWh. Die versprochenen 11.500 sind 16 Prozent mehr, als die Einstrahlung hergibt. Da die Amortisation im Angebot mit dieser Zahl gerechnet wurde, fällt sie in Wirklichkeit um etwa zwei Jahre länger aus.
Häufige Fragen
Sagt der Check, ob mein Angebot zu teuer ist?
Warum ist ein günstiges Angebot eine Warnung?
Woher wisst ihr, was an meinem Standort ankommt?
Mein Angebot enthält eine Wallbox. Warum vergleicht ihr den Preis dann nicht?
Ersetzt der Check eine Beratung?
Nächster Schritt
Kennt die Qualität der Bauteile nicht — nur Vollständigkeit, Schlüssigkeit und die Lage zur Referenzstichprobe.