Die THG-Prämie belohnt, wer wenig fährt
Bei einem E-Auto gilt sonst: Je mehr du fährst, desto mehr lohnt es sich. Bei der THG-Prämie ist es genau umgekehrt. Sie ist ein fester Betrag je Fahrzeug — und kauft dir deshalb immer dieselben 4.505 Kilometer, ob du nun 5.000 oder 30.000 im Jahr fährst.
1. Die Quote rechnet pauschal, nicht nach Verbrauch
Die Treibhausgasminderungsquote rechnet nicht mit der Strommenge, die du wirklich geladen hast. Sie rechnet mit einem Schätzwert: 2.000 Kilowattstunden im Jahr für jeden Pkw, unabhängig davon, ob er in der Garage steht oder täglich pendelt. Das Bundesumweltministerium gibt diesen Wert nach § 7 Abs. 3 der 38. BImSchV jährlich im Bundesanzeiger bekannt.
Daraus folgt alles Weitere. Der Vermarkter zahlt einen festen Betrag je Fahrzeug — 2026 sind das grob 200 bis 400 Euro. Ob dieser Betrag viel oder wenig ist, entscheidet sich nicht an der Prämie, sondern an deiner Stromrechnung.
2. Auf den Ladestrom umgelegt
Ein Auto mit 18 Kilowattstunden Verbrauch je 100 Kilometer, Ladestrom für 37 Cent zu Hause, 300 Euro Prämie. Die Prämie ist privat steuerfrei, es bleibt der volle Betrag. Umgelegt auf jede geladene Kilowattstunde ergibt das:
Bei 5.000 Kilometern senkt die Prämie den Ladepreis rechnerisch um 33 Cent — von 37 auf unter 4. Wer so wenig fährt, lädt fast umsonst. Bei 30.000 Kilometern sind es 5,6 Cent, also eine Preissenkung von 15 Prozent. Immer noch Geld, aber eine andere Größenordnung.
Die Prämie ist ein fester Betrag. Was sich ändert, ist die Zahl der Kilowattstunden, auf die er sich verteilt.
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Trag deine Fahrleistung ein und sieh, welchen Anteil deiner Ladekosten die Prämie deckt.
Vollen Ertragsrechner öffnen →3. Die Zahl, die sich nicht ändert
Eine Größe bleibt bei alledem konstant, und sie ist die ehrlichste Antwort auf die Frage, was die Prämie bringt: die Zahl der Kilometer, die sie bezahlt. Bei 18 Kilowattstunden je 100 Kilometer und 37 Cent kostet ein Kilometer 6,66 Cent. 300 Euro reichen damit für 4.505 Kilometer — bei jeder Fahrleistung dieselbe Strecke.
Das ist der Grund für die Umkehrung. Wer 5.000 Kilometer fährt, bekommt fast das ganze Jahr geschenkt. Wer 30.000 fährt, bekommt gut sechs Wochen. Die Prämie belohnt nicht die Nutzung des Autos, sondern seine bloße Existenz — sie hängt am Fahrzeug, nicht am Fahren.
4. Zwei Dinge, die den Betrag noch kleiner machen
Erstens die Steuer. Privat zugelassen ist die Prämie steuerfrei. Gehört das Fahrzeug zum Betriebsvermögen, ist sie eine Betriebseinnahme: Bei 42 Prozent bleiben von 300 Euro noch 174 — und aus 12,8 Cent Entlastung werden 7,4.
Zweitens der Marktpreis. Die Prämie ist der Weiterverkauf eines Zertifikats, und dessen Preis schwankt heftig. Ende 2024 lagen die Angebote im zweistelligen Bereich. Mit 90 Euro statt 300 sinkt die Entlastung bei 13.000 Kilometern von 12,8 auf 3,8 Cent, der gedeckte Anteil der Ladekosten von 35 auf 10 Prozent.
- Die Prämie ist eine Pauschale je Fahrzeug, keine Vergütung je Kilowattstunde.
- Sie kauft immer dieselbe Strecke — rund 4.500 Kilometer bei heutigen Preisen.
- Anteilig profitieren Wenigfahrer am meisten, entgegen der Intuition beim E-Auto.
- Im Betriebsvermögen bleibt nach Steuer gut die Hälfte übrig.
- Der Betrag ist nicht garantiert: Zwischen 2022 und Ende 2024 lag mehr als das Dreifache.
- Frist ist der 15. November des Quotenjahres. Ein verpasstes Jahr lässt sich nicht nachholen.
Nichts davon spricht dagegen, die Prämie mitzunehmen — sie kostet zehn Minuten im Jahr. Es spricht nur dagegen, sie für den Hebel zu halten, der die Ladekosten senkt. Der liegt woanders: darin, wo und wann geladen wird.