THG-Prämie: Was bringt dir die Quote fürs E-Auto?

Wer ein reines Elektroauto hält, darf die damit eingesparten Treibhausgase einmal im Jahr an die Mineralölwirtschaft verkaufen — das ist die THG-Prämie. Dieser Rechner zeigt nicht, welcher Anbieter am meisten zahlt, sondern was der Betrag nach Steuer wert ist, wenn man ihn auf die eigenen Ladekosten umlegt und über die Haltedauer fortschreibt.

So rechnet dieser Rechner

Prämie nach Steuer = Prämie je Fahrzeug × Anzahl Fahrzeuge − Steuer (nur im Betriebsvermögen). Entlastung je Kilowattstunde = Prämie nach Steuer ÷ (Jahresfahrleistung ÷ 100 × Verbrauch je 100 km).

Die THG-Quote verpflichtet Inverkehrbringer von Kraftstoffen, die Treibhausgasemissionen ihres Absatzes zu mindern. Wer die Quote nicht aus eigener Kraft erfüllt, kauft die Minderung zu. Ladestrom für Elektrofahrzeuge zählt dabei mit — und weil ein Elektroantrieb den Kraftstoff deutlich effizienter nutzt, wird der Strom mit dem Dreifachen seines Energiegehalts angerechnet.

Angerechnet wird nicht deine tatsächliche Lademenge, sondern eine Pauschale. Für Pkw der Klasse M1 sind das 2.000 Kilowattstunden im Jahr; das Bundesumweltministerium gibt den Wert nach § 7 Abs. 3 der 38. BImSchV jährlich im Bundesanzeiger bekannt. Wer 30.000 Kilometer fährt, bekommt denselben Betrag wie jemand mit 3.000.

Zwischen dir und der Mineralölwirtschaft steht ein Vermarkter. Er bündelt viele Fahrzeuge, lässt sie beim Umweltbundesamt bescheinigen und verkauft die Zertifikate weiter. Was er dabei einbehält, veröffentlicht er nicht — einen amtlichen Marktpreis für die Quote gibt es nicht. Deshalb rechnet dieser Rechner mit dem Betrag, den du tatsächlich angeboten bekommst, und nicht mit einem geschätzten Marktwert.

Der angebotene Betrag hängt am Quotenpreis, und der schwankt heftig. 2022 lagen die Prämien bei mehreren hundert Euro, Ende 2024 im zweistelligen Bereich, seit der Anhebung der gesetzlichen Minderungsquote wieder deutlich höher. Der Rechner stellt dem heutigen Niveau deshalb immer das Niveau des Markttiefs gegenüber. Was über die Haltedauer zusammenkommt, ist eine Spanne, keine Zahl.

Steuerlich sind die beiden Fälle verschieden: Privat zugelassen ist die Prämie steuerfrei. Gehört das Fahrzeug zum Betriebsvermögen, ist sie eine Betriebseinnahme und wird mit dem persönlichen Satz versteuert — aus 300 Euro werden bei 42 Prozent noch 174.

Die Frist ist hart. Die Bescheinigung muss bis zum Ablauf des 15. November des Verpflichtungsjahres beim Umweltbundesamt vorliegen, und die Anbieter setzen eigene, frühere Fristen. Ein verpasstes Quotenjahr lässt sich nicht nachholen.

Welche Unsicherheiten bleiben

  • 200 bis 400 €So weit lagen die Angebote 2026 auseinander. Der Startwert im Rechner ist die Mitte dieser Spanne, keine Zusage — maßgeblich ist immer das konkrete Angebot.
  • Faktor 3 in vier JahrenZwischen dem Hoch 2022 und dem Tief Ende 2024 lag mehr als das Dreifache. Wer die heutige Prämie über zehn Jahre fortschreibt, rechnet sich reich.
  • ± 0 € bei jeder FahrleistungDie Anrechnung ist eine Pauschale je Fahrzeug. Vielfahrer bekommen keinen Cent mehr — die Entlastung je Kilowattstunde fällt bei ihnen entsprechend kleiner aus.
  • kein MarktpreisWas der Vermarkter am Zertifikat verdient, ist nicht öffentlich. Ob ein Angebot fair ist, lässt sich deshalb nur gegen andere Angebote prüfen, nicht gegen einen Index.
  • 1 QuotenjahrDie Prämie gibt es einmal je Fahrzeug und Kalenderjahr. Sie ist kein Vertrag über mehrere Jahre, auch wenn Anbieter mit mehrjährigen Bindungen werben.
Nachgerechnet

Ein privat zugelassener Pkw, 300 Euro Prämie, 13.000 Kilometer im Jahr bei 18 kWh je 100 Kilometer und 37 ct/kWh Ladestrom zu Hause: Der Wagen lädt 2.340 kWh für 866 Euro. Die Prämie ist steuerfrei und senkt den Ladepreis rechnerisch um 12,8 ct/kWh — sie deckt gut ein Drittel der Ladekosten und entspricht rund 4.500 gefahrenen Kilometern. Über fünf Jahre sind das 1.500 Euro, auf dem Niveau des Markttiefs von Ende 2024 dagegen nur 450 Euro. Dieselbe Prämie bei 30.000 Kilometern im Jahr: derselbe Betrag, aber nur noch 5,6 ct/kWh Entlastung.

Häufige Fragen

Bekommen Plug-in-Hybride die THG-Prämie?
Nein. Anspruch haben nur reine Batterieelektrofahrzeuge, weil ein Hybrid auch fossilen Kraftstoff tanken kann und sich die eingesparte Menge nicht sauber zuordnen ließe. Zulassungspflichtige Elektro-Motorräder sind dagegen berechtigt, zulassungsfreie Kleinkrafträder nicht.
Wer bekommt die Prämie — Halter oder Eigentümer?
Der in der Zulassungsbescheinigung Teil I eingetragene Halter. Bei geleasten Fahrzeugen ist das je nach Vertrag der Leasingnehmer oder die Leasinggesellschaft; ein Blick in den Vertrag lohnt sich, weil manche Gesellschaften die Prämie für sich beanspruchen.
Muss ich die THG-Prämie versteuern?
Ist das Fahrzeug privat zugelassen, ist die Auszahlung steuerfrei. Gehört es zum Betriebsvermögen, ist sie eine Betriebseinnahme und wird mit dem persönlichen Steuersatz belastet — bei 42 Prozent bleiben von 300 Euro noch 174 Euro übrig.
Bis wann muss ich den Antrag stellen?
Die Bescheinigung muss bis zum Ablauf des 15. November des jeweiligen Verpflichtungsjahres beim Umweltbundesamt vorliegen. Die Vermarkter setzen eigene, frühere Fristen, meist Ende Oktober. Ein verpasstes Jahr lässt sich nicht nachholen — die Prämie gibt es einmal je Fahrzeug und Kalenderjahr.
Warum schwankt die Prämie so stark?
Weil sie der Weiterverkauf eines Zertifikats ist. Ihr Preis richtet sich danach, wie viel Minderung die Mineralölwirtschaft gerade zukaufen muss. Steigt die gesetzliche Quote oder fallen Übertragungsmöglichkeiten weg, steigt der Preis; ist der Markt gesättigt, fällt er. Ende 2024 war er auf einem Bruchteil des Niveaus von 2022.
Quellen

Nächster Schritt

Passt dazu

Prämienbetrag ist der angebotene Wert, nicht der Marktwert des Zertifikats — der ist nicht öffentlich.

Modellstand 09/2026 · Datenquelle PVGIS/EU-Kommission · zuletzt geprüft am 02.09.2026keine Kaufberatung