THG-Prämie: Was bringt dir die Quote fürs E-Auto?
Wer ein reines Elektroauto hält, darf die damit eingesparten Treibhausgase einmal im Jahr an die Mineralölwirtschaft verkaufen — das ist die THG-Prämie. Dieser Rechner zeigt nicht, welcher Anbieter am meisten zahlt, sondern was der Betrag nach Steuer wert ist, wenn man ihn auf die eigenen Ladekosten umlegt und über die Haltedauer fortschreibt.
So rechnet dieser Rechner
Die THG-Quote verpflichtet Inverkehrbringer von Kraftstoffen, die Treibhausgasemissionen ihres Absatzes zu mindern. Wer die Quote nicht aus eigener Kraft erfüllt, kauft die Minderung zu. Ladestrom für Elektrofahrzeuge zählt dabei mit — und weil ein Elektroantrieb den Kraftstoff deutlich effizienter nutzt, wird der Strom mit dem Dreifachen seines Energiegehalts angerechnet.
Für reine Batterie-Pkw gilt ein Schätzwert von 2.000 kWh je Quotenjahr für die Anrechnung nichtöffentlichen Ladens. Die vom Umweltbundesamt weiterhin verlinkte Bekanntmachung vom 28.08.2023 sieht eine jährliche Überprüfung und Anpassung bei Bedarf vor. Die Pauschale ist weder eine Messung noch eine Prognose deines gesamten Ladestroms. Andere Fahrzeugklassen können abweichende Werte haben.
Vermarkter können die Anträge mehrerer Fahrzeuge bündeln und die bescheinigten Mengen vermarkten. Die Bescheinigung des Umweltbundesamtes legt keinen Auszahlungspreis fest. Für den Vergleich zählt der Betrag nach Anbietergebühren unter den jeweiligen Vertragsbedingungen, nicht eine beworbene Höchstprämie.
300 Euro sind ein frei gewählter Startwert, 90 Euro ein zusätzliches Rechenbeispiel. Beide sind Modellannahmen, keine belegte Marktspanne, keine Untergrenze und keine Prognose. Ersetze den Startwert durch den Auszahlungsbetrag deines Angebots nach Anbietergebühren. Prüfe Fix- oder Flexprämie, Auszahlungsvoraussetzungen und Vertragslaufzeit; auch ein Ausfall der Auszahlung ist je nach Vertrag möglich.
Das Umweltbundesamt erhebt seit dem 17.04.2026 Gebühren für neu eingereichte Anträge. Diese treffen den Antragsteller und dürfen nicht pauschal als Gebühr je Fahrzeug verstanden werden. Bei einem Vermarkter hängt eine Weitergabe an dich vom Vertrag ab. Der Rechner zieht keine zusätzlichen Gebühren ab; bei eigenem Antrag sind Bescheinigungskosten und Vermarktung separat zu prüfen.
Maßgeblich ist die steuerliche Zuordnung zum Privat- oder Betriebsvermögen, nicht allein die Zulassung. Im Privatvermögen unterliegt die THG-Prämie nach Verwaltungsauffassung nicht der Einkommensteuer. Im Betriebsvermögen ist sie Betriebseinnahme. Der Rechner zieht nur den eingestellten pauschalen Steuersatz ab; er ermittelt keine individuelle Steuerlast. Trage betrieblich die Prämie ohne eine gegebenenfalls enthaltene Umsatzsteuer ein. Umsatzsteuer, weitere Steuerarten und Dienstwagen-Sonderfälle sind gesondert zu prüfen.
Die Mitteilung der Strommenge nach § 8 Absatz 1 Satz 1 Nummer 2 der 38. BImSchV muss bis zum Ablauf des 15. November des Verpflichtungsjahres beim Umweltbundesamt eingehen. Die Bescheinigung stellt die Behörde anschließend aus. Vermarkter können frühere Einreichungsfristen setzen.
Welche Unsicherheiten bleiben
- 300 € BeispielDer Startwert ist eine Modellannahme, kein erhobener Marktmittelwert. Trage dein konkretes Angebot nach Anbietergebühren ein.
- 90 € SzenarioDas zweite Rechenbeispiel ist keine Untergrenze und kein belegtes Markttief. Die Differenz der Szenarien ist kein Prognoseintervall.
- ± 0 €Die Anrechnung ist eine Pauschale je Fahrzeug. Vielfahrer bekommen keinen Cent mehr — die Entlastung je Kilowattstunde fällt bei ihnen entsprechend kleiner aus.
- kein PreisindexWattgenau hat keine repräsentative THG-Preisdatenbank. Der Rechner bewertet deshalb nicht die Marktüblichkeit deines Angebots.
- 1 QuotenjahrDie pauschale Anrechnung erfolgt einmal je Fahrzeug und Quotenjahr. Ein Vermarktungsvertrag kann dennoch mehrere Jahre binden; prüfe Laufzeit und Kündigung.
Ein Pkw im Privatvermögen, 300 Euro Prämie, 13.000 Kilometer im Jahr bei 18 kWh je 100 Kilometer und 37 ct/kWh Ladestrom: Daraus folgen 2.340 kWh für 866 Euro. Ohne Einkommensteuerabzug entlastet die Prämie rechnerisch um 12,8 ct/kWh, deckt gut ein Drittel der Ladekosten und entspricht den Stromkosten für rund 4.500 Kilometer. Fünf Jahre mit unverändert 300 Euro ergäben 1.500 Euro, mit angenommenen 90 Euro dagegen 450 Euro. Das sind Szenarien, keine Auszahlungszusagen. Bei 30.000 Kilometern pro Jahr sinkt die Entlastung bei derselben Prämie auf 5,6 ct/kWh.
Häufige Fragen
Bekommen Plug-in-Hybride die THG-Prämie?
Wer bekommt die Prämie — Halter oder Eigentümer?
Muss ich die THG-Prämie versteuern?
Bis wann muss ich den Antrag stellen?
Warum schwankt die Prämie so stark?
- § 7 der 38. BImSchV — anrechenbare Strommenge
- Bundesanzeiger: THG-Schätzwerte, BAnz AT 28.08.2023 B2
- § 8 der 38. BImSchV — Mitteilung und Bescheinigung
- Umweltbundesamt — Vollzug der 38. BImSchV, Anrechnung von Strom
- ADAC — THG-Quote fürs Elektroauto
- Bayerisches Landesamt für Steuern: Besteuerung der THG-Prämie
- Wattgenau — Methodik, Konstanten und Grenzen
Nächster Schritt
Prämienbetrag nach Anbietergebühren; Start- und Vergleichswert sind Modellannahmen. Keine Bewertung der Marktüblichkeit.