Stromfresser-Check: Welches Gerät kostet was?

Der Stromverbrauch eines Haushalts verteilt sich selten so, wie man vermutet: Ein Gerät mit kleiner Leistung, das rund um die Uhr läuft, kostet mehr als eines mit großer Leistung, das selten an ist. Ausschlaggebend ist immer Leistung mal Zeit.

So rechnet dieser Rechner

Jahresverbrauch = ( P_Betrieb × h_Tag + P_Standby × (24 − h_Tag) ) × 365 × Anzahl ⁄ 1.000

Jedes Gerät wird über seine Betriebsstunden und seine Standby-Leistung gerechnet. Der Standby-Anteil steht getrennt daneben, weil er meist unterschätzt wird: 5 Watt Dauerlast sind 44 kWh im Jahr.

Die Startwerte je Gerätetyp sind Größenordnungen der üblichen Effizienzklassen, keine Herstellerangaben. Wer ein Messgerät hat, trägt seinen gemessenen Wert ein — dann stimmt die Rechnung.

Kühl- und Gefriergeräte laufen nicht durchgehend, sondern takten. Deshalb steht bei ihnen nicht 24 Stunden, sondern die tatsächliche Laufzeit des Kompressors.

Welche Unsicherheiten bleiben

  • StartwertDie vorbelegten Leistungen sind Typwerte. Das eigene Gerät kann um die Hälfte abweichen.
  • TaktenBei Kühlgeräten ersetzt die geschätzte Laufzeit eine echte Messung nur grob.
  • NutzungWaschmaschine und Ofen laufen nicht jeden Tag gleich. Gerechnet wird ein Tagesmittel übers Jahr.
Nachgerechnet

Kühl-Gefrier-Kombination (45 W, 9 h), Waschmaschine, Spülmaschine, Fernseher, Router und LED-Beleuchtung: 862 kWh im Jahr, zu 37 ct also 319 €. Der Router allein steht dabei für 105 kWh — er läuft eben durchgehend und liegt damit vor der Beleuchtung der ganzen Wohnung.

Häufige Fragen

Wie viel kostet Standby wirklich?
Fünf Watt Dauerlast sind 44 kWh im Jahr, zu 37 ct also rund 16 €. Bei zehn Geräten mit Standby wird daraus schnell ein dreistelliger Betrag. Der Rechner weist den Standby-Anteil getrennt aus, damit sichtbar wird, ob sich eine schaltbare Steckdosenleiste lohnt.
Welches Gerät tauscht man zuerst?
Das mit den höchsten Jahreskosten, nicht das älteste. Der Rechner sortiert danach. Bei einem alten Kühlgerät liegt die Ersparnis oft bei 100 kWh und mehr im Jahr — beim Fernseher fast nie, weil moderne Geräte im Betrieb ohnehin wenig ziehen.
Wie hängt das mit einem Balkonkraftwerk zusammen?
Der Anteil des Verbrauchs, der rund um die Uhr läuft — Kühlgeräte, Router, Grundlast —, ist genau das, was ein Steckersolargerät gut deckt. Je höher deine Grundlast, desto höher die Eigenverbrauchsquote und desto schneller die Amortisation.
Quellen

Nächster Schritt

Passt dazu

Startwerte je Gerätetyp; das eigene Gerät kann abweichen.

Modellstand 09/2026 · Datenquelle PVGIS/EU-Kommission · zuletzt geprüft am 02.09.2026keine Kaufberatung