Dynamischer Stromtarif: Rechnet sich Börsenstrom für dich?
Ein dynamischer Stromtarif rechnet stundenweise mit dem Börsenpreis ab, statt einen festen Arbeitspreis zu berechnen. Ob sich das lohnt, hängt weniger am Durchschnittspreis als daran, wann du verbrauchst — und wie viel davon du verschieben kannst.
So rechnet dieser Rechner
Grundlage sind 8.760 echte Stundenpreise der Gebotszone DE-LU aus dem vergangenen Jahr, veröffentlicht von der Bundesnetzagentur über SMARD und bezogen über Energy-Charts des Fraunhofer ISE. Der Datensatz wird zur Build-Zeit geholt und mit ausgeliefert — zur Laufzeit fragt die Seite keine Börsendaten ab.
Über diese Stunden wird ein Haushaltslastprofil gelegt: Nachttal, Morgenspitze, gedämpfter Tag, ausgeprägte Abendspitze, im Winter insgesamt höher. Am Wochenende flacher und später. Diese Form ist modelliert, nicht gemessen — und sie entscheidet mit über das Ergebnis.
Der wichtigste Wert steht deshalb getrennt: der Profilaufschlag. Er ist die Differenz zwischen dem einfachen Mittel aller Stunden und dem Mittel, das mit deinem Verbrauch gewichtet ist. Weil Haushalte gerade dann viel brauchen, wenn Strom teuer ist, liegt der gewichtete Preis ohne Verschieben über dem einfachen. Wer mit dem einfachen Mittel wirbt, rechnet den Tarif schön.
Verschieben modellieren wir tagesweise: Ein Anteil des Verbrauchs wird aus allen Stunden gleichmäßig herausgenommen und auf die sechs günstigsten Stunden desselben Tages verteilt. Bewusst nur innerhalb eines Tages — für längere Zeiträume bräuchte es einen Speicher, den kein Haushalt hat.
Verglichen wird gegen deinen heutigen Tarif zum Arbeitspreis, den du einträgst. Der Aufpreis für das intelligente Messsystem steht auf der Seite des dynamischen Tarifs, weil er ohne ihn nicht zu haben ist.
Welche Unsicherheiten bleiben
- ProfilDas Lastprofil ist modelliert. Wer viel tagsüber zu Hause ist oder nachts arbeitet, weicht deutlich ab.
- VorjahrGerechnet wird mit den Preisen des vergangenen Jahres. Das nächste sieht anders aus — die Rechnung ist ein Rückblick, keine Prognose.
- ±3 ctNetzentgelte und Umlagen unterscheiden sich regional erheblich. Der Startwert ist ein grober Mittelwert.
- iMSysOhne intelligentes Messsystem gibt es keinen dynamischen Tarif. Einbau und Kosten hängen am Messstellenbetreiber.
- RisikoEin Festpreis kauft Planbarkeit. Ein dynamischer Tarif überträgt das Preisrisiko auf dich — in einem Winter mit langer Dunkelflaute schlägt das durch.
- 6 Std.Dass sich Verbrauch in genau sechs günstige Stunden je Tag schieben lässt, ist gesetzt. Ein Auto, das nur zweimal die Woche lädt, verhält sich anders.
3.500 kWh, nichts verschiebbar, heutiger Arbeitspreis 37 ct/kWh: Das einfache Mittel der Börsenpreise lag 2025 bei 8,93 ct/kWh, mit dem Haushaltsprofil gewichtet aber bei 9,45 — ein Profilaufschlag von 0,52 ct. Der dynamische Tarif hätte 1.179 € gekostet, der Festpreistarif 1.415 €. Bleiben 236 € Ersparnis. Bei einem Festpreis von 30 ct/kWh kippt dieselbe Rechnung ins Minus.
Häufige Fragen
Für wen lohnt sich ein dynamischer Stromtarif?
Was ist der Profilaufschlag?
Brauche ich einen Smart Meter?
Was passiert bei einer Dunkelflaute?
Bekomme ich bei negativen Preisen Geld zurück?
Nächster Schritt
Echte Börsenstundenpreise des Vorjahres, Lastprofil modelliert statt gemessen.